Wie spricht man nicht-binäre Menschen an?

von Linnea Könnecke, Klasse 8a, Helmholtzschule

Nicht-binär oder im Englischen non-binary ist ein Überbegriff für Menschen, die weder männlich noch weiblich sind oder sich zwischen oder außerhalb beider Geschlechterkonzepte verorten.

Foto: Sharon McCutcheon auf Unsplash


Im Deutschen ist es nicht immer einfach geschlechtsneutrale Worte zu finden. Das binäre Geschlechtersystem ist in der Sprache noch stark verankert, die Etablierung und Akzeptanz wird voraussichtlich noch etwas dauern. Wie also kann man nicht-binäre Menschen im Deutschen ansprechen?

Im Deutschen gibt es zum Beispiel das Pronomen "xier"

Im Englischen haben sich die Pronomen „they/them“ durchgesetzt, im Schwedischen wurde das Pronomen „hen“ etabliert. Im Deutschen hingegen ist dies etwas komplizierter, da es kein festes Pronomen gibt und nicht-binäre Personen ihr jeweils persönlich bevorzugtes Pronomen haben. Im Deutschen benutzte Formen sind zum Beispiel „sier“, „sie_er“ oder auch das Pronomen „x“ oder „xier“.

Sternchen und Unterstrich helfen beim Gendern

Auch die Anrede selbst, abgesehen von den Pronomen, verändert sich sobald man korrekt gendern möchte: Aus einem „Lieber oder liebe Vorname Nachname“ wird ein „Lieb* Vorname Nachname“. Wer das Sternchen vermeiden will, kann dieses durch einen Unterstrich ersetzen, aber wer die ganze Form umgehen möchte, kann auch einfach „Hallo Vorname Nachname“ schreiben.

Genderneutrale Sprache ist wichtig

Da die meisten Menschen cis sind – das heißt, dass sie sich zu dem Geschlecht zugehörig fühlen, mit dem sie geboren wurden – sind nicht-binäre Menschen eine Minderheit. Daher wird im Allgemeinen eher selten auf eine genderneutrale Sprache geachtet, zumal die binäre Sprache im Deutschen noch sehr tief verankert ist. Da man oft nicht wissen kann, ob eine Person dem Transspektrum angehört, ist man mit einer genderneutralen Sprache auf jeden Fall „auf der sicheren Seite“. Inzwischen geben viele und immer mehr Menschen gerade auf Social Media in ihrer Biografie auch die Pronomen an, mit denen sie sich identifizieren, sodass andere Nutzer wissen, wie sie angesprochen werden möchten.

Es gibt verschiedene non-binary Formen, einiger dieser sind:

  • „Agender“ beschreibt jemanden, der sich gänzlich ohne Geschlecht versteht.
  • „Genderfluid“ bedeutet, dass das Geschlecht fließt bzw. wechselhaft ist.
  • „Bigender“ beschreibt eine Person, die zweigeschlechtlich ist (also sowohl männlich als auch weiblich).

Sprache prägt unsere Realität

Sprache verändert und prägt unsere Realität. Es kommt vielleicht noch nicht so sehr darauf an, die eine perfekte sprachliche Form zu finden, sondern darauf, sich dem Thema mit Offenheit und echtem Interesse zu widmen und geschlechtliche Vielfalt in der Gesellschaft anzuerkennen.

Alex und Sophie aus meiner Klasse haben mit zwei Menschen gesprochen, die in einem queeren Jugendzentrum in Frankfurt arbeiten. Ihren Artikel könnt ihr hier lesen.